Ökologiemorgen im Lengnauer Wald

16.08.2026

Zwei Klassen der 2. Oberstufe aus dem Schulhaus Rietwise in Lengnau durften im Lengnauer Wald einen interessanten Ökologiemorgen erleben.

Der Landwirt und Neophyten-Beauftragte Beat Jetzer erklärte der Schülergruppe, dass seit 1492 – also der Entdeckung der Neuen Welt – Neophyten in die Schweiz «einreisen». Der globale Handel und die weltweite Mobilität führen dazu, dass es bei uns rund 500 Neophytenarten gibt. Allerdings sind weder die Kartoffel noch der Mais invasiv. Um genau diese invasiven Arten ging es. Beat Jetzer erklärte den Dominoeffekt, den die Goldrute, der Japanische Knöterich oder der Sommerflieder auslösen. Die Gefahr, dass durch den Artenrückgang Ökosysteme nicht mehr funktionieren, ist real.

Auf dem Waldrundgang rissen die Schülerinnen und Schüler Goldruten aus und durften mit einer Handsäge einen mächtigen Sommerflieder bodeneben stutzen. Es wurde uns Waldbesucher/-innen schnell bewusst, dass grössere Flächen nicht mehr in Handarbeit gesäubert werden können. Wenn der Forst Zeit findet, werden diese grossen Neophytenansammlungen gemäht. Mit der Aufforstung und genügend Schatten werden einige invasive Pflanzen zum Glück von der Natur selbst eliminiert.

Vom Förster erfuhren die Zweitklässler, dass aufgrund der Klimaerwärmung vermehrt wieder mit robusten Eichen aufgeforstet wird und die Buche die Trockenheit gar nicht gut verträgt. Das Ausmass der Trockenheit an den Buchen wird erst in 2–3 Jahren so richtig sichtbar. Aktuell sind die Buchen herbstlich braun, viel Laub liegt schon auf dem Boden. Später werden sie von der Krone her nach unten absterben und müssen gefällt werden – ohne Rendite.

Eine Fläche von 40-jährigen Fichten wurde vor Kurzem gefällt, weil der Borkenkäferbefall stark ist. Die beiden Fachmänner zeigten der Schülergruppe ein Stück Rinde mit «Buchdruck». Borkenkäfer im «Jugendstadium» schwirrten wie verrückt in der Borke umher. Eine weitere Herausforderung für die Bewirtschaftung unseres Waldes.

Ein feines Znüni und gemütliches Beisammensein bei der Waldhütte rundeten diesen gelungenen Anlass ab. Ein grosses Dankeschön gilt der Gemeinde Lengnau, die diesen Anlass ermöglicht und unterstützt. Ein paar junge Menschen mehr können dank neuem Wissen ihre Fühler ausstrecken, handeln und noch verantwortungsvoller mit unserer Natur und deren Ressourcen umgehen.